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Meppener Tagespost vom 31. März 2014

Frauen-Power
für das emsländische Handwerk

Mit Erfolg läuft derzeit die Qualifizierung von 18 erwerbslosen Alleinerziehenden im Rah­men des aus Mitteln des Europäischen So­zialfonds (ESF) und des Lan­des Niedersachsen ge­förderten Projektes „Frauen-Power für das emsländische Handwerk“.

 In Neunergruppen werden sie jeweils in Meppen (Bildungswerk des Meppener Hand­werks e.V.) und in Lingen (Bildungswerk des Lingener Handwerks e.V.) in Kooperation mit dem Jobcenter des Land­kreises Emsland und der Kreishandwerker­schaft Emsland Mit­te-Süd betreut und in gewerblich-technischen Berufen des Handwerks qualifiziert.

 Trotz einer beispiellos niedrigen Arbeitslosenquote ist der Landkreis Emsland auf Bundes­ebene noch vor Leer das Schlusslicht in der Frauenerwerbsquote. Um dies nachhaltig zu ändern und Frauen und Handwerksbetriebe zusammenzuführen, haben die Mitarbeiter beider Bildungswerke gemeinsam mit Frau Marlies Albers vom Jobcenter des Landkrei­ses Emsland das Projekt konzipiert.

 In einem Pressegespräch im Haus des Handwerks in Meppen zogen nun Marlies Albers (Be­auftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt), Michael Einhaus (Geschäftsfüh­rer Bildungswerk Meppen), Horst Hagemann (Hauptgeschäftsführer Kreishandwerker­schaft und Bildungswerk Lingen), Elisabeth Hellhake (Vorsitzende Un­ter­nehmerfrauen im Handwerk), Matthias Hillmann (Vorsitzender Bildungswerk Meppen), Harald Hüsers (Ge­schäftsfüh­rer Kreishandwerkerschaft), Andreas Nünemann (Kreishandwerks-meister und Schirmherr des Projektes), Silvia Strüwing (Projektkoordinatorin Bildungswerk Meppen), Peter Voss (Präsident Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim) und Heiner Wolters (Geschäftsführer Bildungswerk Lingen) eine Zwischenbilanz.

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Spe­ziell das oftmals fami­liäre Miteinander in den Handwerksbetrieben sei ein Plus für Müt­ter und Al­leinerzie­hende, da durch den direkten Kontakt zum Chef familienfreundli­che Maß­nah­men schnell, unbürokratisch und informell umgesetzt werden können. „Die Mög­lichkeiten für Frauen, im Emsland zu arbeiten, sind auf Grund der guten Be­treuungs­möglichkeiten für Kinder größer geworden“, so Albers.

 Einig sind sich jedoch alle Verantwortlichen, wie es Michael Einhaus erklärte, „dass wir noch einen langen Atem brauchen, um die stereotype geschlechtsspezifische Berufs­wahl zu verändern“. Hierzu brauche man aber auch Unternehmen, die bereit sei­en neue Wege zu gehen. „In der Arbeitswelt müssen sowohl die Frauen als auch die Män­ner lernen, miteinander als gleichberechtigte Partner umzugehen“, sagt Silvia Strüwing.

 Es habe sich deutlich gezeigt, dass im Handwerk Talente und Fähigkeiten unab­hängig vom Geschlecht eingesetzt werden können und Frauen auch in den Berufen Anlagen­me­cha­niker SHK, Metallbauer, Kraftfahrzeugmechatroniker, Elektroniker und Tisch­ler be­stehen können. Daher sind sich alle Beteiligten einig, dass auch nach Ablauf des Pro­jek­tes, für das insgesamt 284.614,00 Euro zur Verfügung stehen, gemeinsam weiter für Frau­en-Power im Handwerk geworben werden muss.

 Interessierte Betriebe und Frauen können sich im Internet unter www.bildungswerk-meppen.de oder unter Telefon 05931/88599-0 über das Projekt „Frauen-Power für das emsländische Handwerk“ informieren.